Roman Redzimski

Roman Redzimski

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Der Trailer zum Film über die Ausstellungsreihe

Vita
Der Filmemacher Roman Redzimski wuchs in Saarbrücken auf. Schon als Kind interessierte er sich stark für Kinofilme und schnitt seine ersten filmischen Gehversuche mit zwei VHS-Recordern. Im Laufe der Zeit begann er seine Ausbildung als Mediengestalter bei dem TV-Sender SAAR|TV.

In dieser Zeit lernte er Kamera, Licht, Ton, Schnitt und Fernseh- regie. Während der Ausbildungszeit bestand die Möglichkeit vor Ort einige Kurzfilme zu produzieren. Später verschlug es ihn zu dem Nachfolgesender CiTi|TV bei dem er einige TV-Produktionen übernehmen durfte.

Auch mit ARD und ZDF liefen einige Zusammenarbeiten. Im Anschluss folgte ein Studium im Bereich Filmwissenschaft. In dieser Zeit wuchs die Zusammenarbeit mit Frank Nimsgern und Elmar Ottenthal. Sowohl im Musical- als auch im Filmbereich entstanden einige Produktionen. Der Langfilm „Frank Nimsgern’s SnoWhite“, an dem Roman Redzimski ein Jahr lang gearbeitet hatte, durfte leider aus Lizenzgründen nicht veröffentlicht werden, da es eine ARD-Neuverfilmung über den SR gab.

Im Nachgang folgte die Bachelorprüfung, in Zuge dessen ein mittellanger Film mit dem Titel „Love Search“ entstanden ist. Dieser Film stellte Beziehungs-Modelle gegenüber, was bei der Hochschule den Abschluss ermöglichte. Mit der Masterprüfung folgte das Buch „Die Trimedialität im Saarland“, bei der es um die Zusammenarbeit von Fernsehen, Radio und Internet geht.

Seit diesem Zeitpunkt ist Roman Redzimski in die Filmforschung gegangen und untersuchte Filmästhetik bis heute. Dabei halfen ihm erfahreneKünstler wie Mario Adorf, Paul Verhoeven und an- dere. Mit diesem erarbeiteten Wissen nahm er die Produktion für den Spielfilm „Verbindung gesucht“ in Angriff mit dem Ziel, etwas Neues zu erschaffen.

Filmografie
2008
René von Boch – Der Weg zum Portrait [Kurzfilm]
2009
Golden Boy [Kurzfilm]
2009
Jörg Munz [Kurzfilm]
William Lee [Musikvideo]
2010
Filmfestival Max Ophüls: 4 Stunden-Dokumentation [Konzept / Regie / Produktion]
Hoffnung stirbt zuletzt [Kurzfilm]
On-Off-Phänomen [Kurzfilm]
60 Jahre Dr. Gerd Bauer [Episodenfilm in Spielfilmlänge]
Konzert Marcel Adam [Konzertfilm]
2011
Der Durchgänger [Kurzfilm]
Genesis [Kurzfilm]
2012
Im Zeichen der Herkunft [Kurzfilm]
Peter Strobel kandidiert für die CDU [Imagefilm]
2013
Art of Paris [Kurzfilm]
Du bist die Wahl – Deutscher Bundestag [Imagefilm]
DLG Agritechnica 2013 – Die weltweit größte Landtechnik-Messe [Imagefilm]
Frank Nimsgern’s SnoWhite [Musical / Regieassistent / Projektionen]
Frank Nimsgern’s SnoWhite [Spielfilm]
2014
Love Search [Mittellanger Film]
2014
Falco Meets Mercury [Regieassistent / Projektionen / Trailer]
2015
Konzertfestival REM 2015 [Festivalfilm / Regie / Produktion]
DLG EuroTier 2014 – Die weltgrößte Fachausstellung für Tierhaltung und -management [Imagefilm]
EnergyDecentral 2014: Internationale Fachmesse für innovative Energieversorgung [Imagefilm]
Big Bang Boom [Regieassistent / Projektionen / Trailer]
2016
Konzertfestival REM 2016 [Festivalfilm / Regie / Produktion]
2017
Women @ Work [Kurzfilm]
Konzertfestival REM 2017 [Festivalfilm / Regie / Produktion]
2018
Der Schatz von Willi-Graf [Schülerfilm / Regie / Produktion]
2019
Alice und das Biest [Regieassistent / Projektionen / Trailer]
Verbindung gesucht [Kinofilm / Regie / Produktion]
2021
ReNatur [Kinofilm im Dokuformat / Regie / Produktion]

Thomas Girst
Roman Redzimski

Es ist der Verdienst des saarländischen Medienkünstlers und Filmproduzenten Roman Redzimski (*1988), dass er die Positionen der beteiligten Künstler nicht nur durch Kurzportraits erhellt, die bei Atelierbesuchen entstanden sind, sondern ebenfalls einen künstlerisch-dokumentarischen Film erstellt hat, der bei seinen zahlreichen aufmerksamen Besuchen der Industriebrachen entstanden ist, die als Ursprungsorte gleichsam den Anlass für die im Rahmen von ReNatur ausgestellten Gemälde und Fotografien waren. Ob am Ludweiler Weiher, in Camphausen, in Klarenthal, in Püttlingen, Göttelborn, Ensdorf, Schiffweiler oder Landsweiler-Reden und Klarenthal: die Drehorte im Saarland erstrecken sich über ein Dutzend Landschaften, die allesamt als „Erbe des Bergbaus“ nun zumeist noch als Sperrgebiete wirken, dabei Andrei Tarkowskis „Zone“ aus seinem Film „Stalker“ (1978/79) nicht unähnlich. Die Zeit scheint hier stillzustehen, seitdem die letzten Kumpels vor Oft schon zwei Jahrzehnten die einst lukrative Industrie des Steinkohlebergbaus als deren letzte Inkarnation verlassen mussten. Ihrer Funktionalität beraubte Orte, stillstehende Ruinen mit der Atmosphäre von Geisterstädten. Leblos und vom Mensch verlassen, zurückgelassen wie in Eile. Die Kamera zeigt verrostete Container auf verrottetem Gelände, in Fischbach schwimmen Enten in der Strömung eines schmalen Flusses dessen Wasser vom Kalk ganz Weiß ist.

Viele der ehemaligen Grubenanlagen sind inzwischen in der Region durch den Strukturwandel einer neuen Nutzung durch den Menschen zugeführt worden. Jene, denen sich Redzimskis Kamera zuwendet, stehen als Industrieruinen noch ungenutzt im Gelände. Nun nimmt sich die Natur eben diese Flächen der Kohleabbaugebiete wieder zurück. Korrosion und Verfall sind Teil einer Metamorphose, die Flora und Fauna nach Jahrhunderten der Zerstörung langsam wieder die Überhand zu geben scheint. Leerstehende Halden werden von der Natur überwuchert. Absenkweiher aus denen noch die Rohre ragen, lassen urwaldartig wieder üppig überwucherndes Grün zu. Die Zeitzeugen einstigen industriellen Wohlstands werden einem Palimpsest gleich von rankendem Gestrüpp überschrieben.

Kein Sprecher im Bild, kein Voiceover versucht dabei den Blick oder die Aufmerksamkeit des Betrachters zu konditionieren, das Dokumentarische wirkt aus sich heraus. „Das Projekt soll eine Mischung aus Kunst und vergangener Industrie belegen, in denen Farben, Kontraste, moderne Herangehensweisen in der Filmproduktion und respektvoller Umgang mit Geschichte eine wichtige Rolle spielen“, so Redzimski. „Hier sollen Gegebenheiten mit individueller Stilistik verbunden werden“. Genau so soll auch der über die bewegten Bilder gelegte Soundtrack von über einem Dutzend Bands und Musikern keine Vorgaben zum Gesehenen machen. Zwar erweitert Klaus Lage mit „Monopoli“ die Musik mit seinem Text um eine politische Dimension und spannt zudem, wie das Projekt ReNatur auch, als bekannter Sänger der Mitte der 80er Jahre entstandenen und bis heute wirkende Ruhrpott-Hymne „Faust auf Faust“ den Bogen zwischen Saarland und Ruhrgebiet – indes reicht die Spannbreite der anderen Musiker von Neurotox und Powerwolf zu Claudio Favari und Fiona & The Kibbeling Kings vollends aus, um den Zuschauer beim Hören mit Funk, Soul, Chansons, Rock, Metal und Jazzklängen immer wieder aufs Neue zu überraschen. Bei alldem bleibt der Blick ein offener. Natürlich sind die Gelände versperrt und von Zäunen umgeben, der Zutritt bleibt verboten. Redzimskis Zugang muss indes ein unverstellter bleiben. Sein Film ist das Medium mit dem er möglichst ohne Wertung die Landschaften zeigt, die ihrerseits Grundlage und Nährboden der Inspiration für die beteiligten Künstler waren. Erst durch diese Filme erhebt sich ReNatur als Ausstellung über die Darstellung von Einzelpositionen und vermag damit bei aller Verschiedenheit als verbindendes Element auch den gemeinsamen Impetus der Künstler zu verorten, die sich im unauflöslichen Widerstreit zwischen Industrie und Natur sich klar für letztere verwenden. Bevor noch der Mensch sich dieser unwiderruflich entgegenstellt und damit sein eigenes Ende auf Planet Erde beschwört.

© 2021 Thomas Girst